Wassertourismus: Hafencity-Projekt bekommt allmählich Strukturen

Schöne, neue Wassersportwelt auf dem Plakat: So soll eines Tages das Grundstück Kraftfuttermischwerk aussehen. Bis dahin dürfte noch ein außerordentlich weiter Weg sein
PilzEine Investorengruppe möchte die Brache in einen attraktiven Tourismus-Standort verwandeln. Viel wurde bislang nicht darüber bekannt. Abgesehen von einem auffälligen Plakat, das an der Einfriedung des ruinösen Grundstückes befestigt und inzwischen schon etwas vergilbt ist. Auf einer Computeranimation lässt sich die schöne neue Welt erahnen.
Vor wenigen Tagen war das Havencity-Projekt schließlich Thema im Fürstenberger Bauausschuss. Ergebnisse einer ersten und gründlichen Voruntersuchung der baulichen Gegebenheiten der sperrigen Trümmerlandschaft mit riesigen Betonklötzern sollten vorgestellt werden. Eine solche Voruntersuchung hatte die Kommune am 27. September 2018 beschlossen. Außerdem galt es, dem Parlament neben dieser ausführlichen Expertise einen Satzungsbeschluss über das neu zu planende Areal zu empfehlen.
Damit hatten die Mitglieder des Gremiums kein Problem. Das Vorhaben wurde quasi durchgewunken. Zumal die Voraussetzungen, ein solches Vorhaben in die Tat umzusetzen, plausibel klingen: Der Flächennutzungsplan im Entwurf von 2003 sieht für das Kraftfuttermischwerk samt ehemaligem Lebensmittelteillager (eine Konversionsfläche) ein Sondergebiet Beherbergung vor, samt exklusiver Anbindung an Bahn und Bundesstraße B 96. Freizeit, Erholung, Dienstleistung – so lauteten schon damals die Stichwörter.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) von 2015 förderte diesen Gedanken, so dass aus Sicht der Experten vieles dafür spricht, diesen Standort in die Hafencity zu verwandeln, denn sogar Mietwohnungen könnten dort später einmal geschaffen werden.
Folgende Ziele werden in der Hafencity-Voruntersuchung formuliert: Sicherung und Nutzbarmachuen des erhaltenswerten Gebäudebestandes, Beseitigung der Rest-Bauten. Ersatzneubauten, Stellplätze, Aufwertung mittels attraktiver Freianlagen, Umbau des Uferbereiches und Schaffen von Anlegemöglichkeiten, indem die zur Verfügung stehenden Kais genutzt werden.
23 Träger öffentlicher Belange wurden in diesem frühen Projektstadium beteiligt. Das Fazit: Fast ausnahmslos gab es laut untersuchendem Planungsbüro A und S Neubrandenburg keine Einwände, sondern Zustimmung.
Der Haken bei der Sache: Die beiden Eigentümer der Flächen auf dem Areal äußerten sich unterschiedlich zu den Ergebnissen, die nun vorliegen. Einer von ihnen unterstützt die Perspektive, die die Voruntersuchung schafft. Der zweite Eigentümer ließ erklären, er habe kein Interesse an einer Aufnahme in das künftige Sanierungsgebiet. Die Planer hingegen wiesen darauf hin, dass dies für das gesamte Vorhaben ein großes Problem sein könnte.
Infokasten über zwei Zeilen
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel